Lintorf verzweifelt an SCU-Abwehr und Torwart Nöthlings
Zahlen lügen nicht! 29 Tore für den SC Unterbach, 22 für TuS Lintorf III. Sieht nach einer klaren Angelegenheit aus – war es aber nicht. „Wir haben sie dazu gebracht, ihren Rhythmus aufzugeben und sich auf Einzelaktionen zu verlegen“, lobte SCU-Handballcoach Sascha Mück seine Männer. Mit nun 5:3 Punkten gingen die Gastgeber mit einem guten Gefühl in die kurze Saisonunterbrechung (nächste Spiel am 15. November), während Lintorf (3:5 Zähler) mit dem Spielverlauf haderte.
Drei Gegentore in 18:35 Minuten
Lange war es eine Handball-Partie auf Augenhöhe. Beim 14:13 (31:02 Minute) führten die Gäste im Duell der Regionsklasse zum ersten Mal, beim 19:19 (41:25 Minute) schafften sie zum letzten Mal den Ausgleich, um dann an der körperbetont arbeitenden SCU-Abwehr zu verzweifeln. „Irgendwie war immer eine Hand von uns am Ball“, sagte Ralf Nöthlings. Und wenn doch mal wieder ein Ball durchkam, war der Torhüter zur Stelle.
Lintorfs Torjäger liefert – aber seine Mitspieler nicht
Nur drei Gegentore in 18:35 Minuten – das konnte sich sehen lassen. „Wenn der Toptorjäger der Lintorfer zehn Tore wirft, seine Mitspieler aber kaum treffen, soll es mir Recht sein“, hatte Mück vor dem Anpfiff gesagt. Nun, Jonas Brüning, mit 37 Treffern aus vier Spielen die Nummer eins der Torwerfer, traf sogar 13 Mal (davon fünf Strafwürfe) – doch seine Mitspieler hatten der SCU im Griff.
Nicht immer war der Ball der beste Freund der Spieler – das zeigten optimistische Anspiele und Fangfehler auf beiden Seiten. Doch letztlich wollten die Mück-Männer den Erfolg, den Florian Altegoer mit einer „Fackel“ zum 29:22 krönte, doch mehr.
Schöne und kuriose Tore
Es gab einiges zu sehen. Etwa das Anspiel als Heber (!) von Philipp Müller an Kreisläufer Goran Brozovic. Oder die „Zitter“-Treffer von Moritz Kaiser, Tobias Demes und Goran Brozovic, bei denen sich der Ball lange zu überlegen schien, ob er nun hinter die Torlinie rollt. Zu selten aber kamen die Gastgeber so richtig ins Rollen im Rückraum wie vor Altegoers „Strich“ zum 25:20, als der Halblinke mit Tempospiel in die Wurfposition gebracht wurde.
Schumanns Premiere und Spieglers Comeback
David Schumann, in der vergangenen Saison noch in der inzwischen aufgelösten zweiten Mannschaft aktiv, erzielte sein erstes Tor in der „Ersten“. SCU-Urgestein Manfred Spiegler (seit 2006 im Klub) hatte sich im April 2023 eigentlich als Abwehrboss und Kreisläufer der zweiten Mannschaft vom Wettkampfsport verabschiedet. Nun verkürzte er seinen Urlaub, um auszuhelfen. Und wie stets war auf ihn Verlass.
Das Schmankerl schlechthin gab es vier Minuten vor dem Abpfiff zu sehen. Dennis Burkhardt hatte am eigenen Kreis den Ball erobert, sah, das Lintorfs Torhüter nicht im Kasten war – und traf aus 3350 Zentimetern Entfernung zum 27:21.
Kein Wunder, dass beim sich anschließenden Pizza-Essen die Stimmung gut war.
SCU: Ralf Nöthlings (17 Paraden) – Goran Brozovic (6 Tore), Florian Altegoer (7), Alexander Michels (ein Strafwurf vergeben), Tobias Demes (5), Moritz Kaiser (2), David Schumann (1), Gregor Kurpiela, Dennis Burkhardt (5), Manfred Spiegler, Philipp Müller (3).


