Unerwarteter Triumph: SCU bezwingt TSV Eller auswärts mit 27:24

Sascha Mück war die Genugtuung anzusehen. Da wollte er noch am Wochenanfang angesichts der damals angespannten Personalsituation die Partie in der 1. Regionsklasse verschieben lassen – und nun stand der Handball-Coach mit seinen Jungs des SC Unterbach in der Halle und genoss den unerwarteten 27:24(15:12)-Sieg gegen Gastgeber TSV Eller. Nach dem 28:28 zum Auftakt gegen TV Ratingen III und der 20:24-Niederlage bei TG 81 Düsseldorf belegt der SCU im Feld der elf Teams mit 3:3 Punkten den fünften Platz. „Wahnsinn, Männer. Das war eine bärenstarke Mannschaftsleistung", lobte Mück, der seinen Dienst beim SCU nicht nur als Trainer, sondern auch als Abteilungsleiter und Kreisläufer ausübt.

Co-Trainer Paul Schneider glänzt als Orakel

Es war ein Start-Ziel-Sieg, eingeleitet und beendet von Philipp Müller. Mit etwas Verspätung war er in der Halle eingetroffen, was Co-Trainer Paul Schneider aber erleichtert feststellen ließ: „Da kommen gerade acht Tore". Fast richtig, es waren aber sogar neun bei zwölf Wurfversuchen. Dass Müller zum „Man of the Match" gewählt wurde, war keine Überraschung, aber der Linksaußen wollte nicht zu viel Aufhebens um seine Person machen.

Philipp Müller – neun Tore und ganz der Teamplayer

„Jeder Einzelne war wichtig. Das hat heute Bock gemacht. Leute, ich bin stolz auf uns", betonte der 31-Jährige mit dem großen Wurfrepertoire und dem besonderen Blick für das Spielgeschehen. Normal, dass er beim fälligen Termin mit Trophäe nicht allein, sondern mit seinen Jungs aufs Foto wollte.

Die Fan-Base der Gastgeber sorgte für mächtig Lärm in der Halle, doch die Gastgeber (Durchschnittsalter der Feldspieler: 23,7 Jahre) lagen gegen den SCU (38,2 Jahre) nicht einmal in Führung. Natürlich fehlte ihnen in Dustin Brandt der mit Abstand beste Spieler (zwölf Tore beim 21:22 gegen TG 81 III), aber auch Sascha Mück musste auf Stammspieler verzichten (Florian Altegoer, Sascha Huber, Niklas Schmidt, Niklas Schreiner) und Abwehr-Chef Goran Brozovic musste nach der ersten Halbzeit weg nach Lintorf, wo sein Sohn Mateo-Jure im Oberliga-Spiel gegen Oppum vier Tore zum 37:29-Sieg beisteuerte.

In der Abwehr schufen die SCU-Akteure mit einer konzentrierten und leidenschaftlichen Arbeit die Basis für den unerwarteten Erfolg. „Ohne ihre Unterstützung könnte ich nicht so gut aussehen", sagte Torhüter Ralf Nöthlings. Er war einmal mehr ein starker Rückhalt und gewann so manches Duell „Auge in Auge" mit dem Werfer.

Die „Striche" von Tobias Demes

Alex Michels, den Eller zeitweise durch eine enge Deckung aus dem Spiel nehmen wollte, führte wieder Regie. Moritz Kaiser, vor einem Jahr noch für Eller aktiv, überzeugte nicht nur dank seiner vier Tore. Tobias Demes überraschte mit seinen aus vollem Lauf auf die Reise geschickten „Strichen".

Und vor allem spulten die Mück-Männer ihr Programm ruhig runter, ließen sich auch nicht durch Fehler (noch zu viele) beirren. Als beim 20:20 (46. Minute) die Partie zu kippen drohte, wurden Philipp Müller (3 Treffer) und Alex Michels, die innerhalb von vier Minuten auf 24:20 erhöhten, zum Stimmungskiller.

Auf Ralf Nöthlings im Tor war wieder Verlass

Als Jonas Rautenberg mit zwei Treffern für Eller auf 23:25 verkürzte (55. Minute), war noch mal Spannung im Spiel. Nachdem aber Alex Michels regelwidrig gebremst worden war, erklärte Sascha Mück den fälligen Siebenmeter zur Chefsache (26:23). Fynn Krahl, in der vergangenen Saison noch von Eller an den SCU ausgeliehen, verkürzte auf 24:26. Ralf Nöthlings verhinderte mit seiner Parade gegen Rechtsaußen Felix Mundt den Anschlusstreffer, ehe Philipp Müller dann gut eine Minute vor Schluss die letzten Zweifel am unerwarteten Erfolg beseitigte.

SCU: Ralf Nöthlings (20 Paraden), Philipp Scheuvens (bei zwei Strafwürfen) – Sascha Mück (1/1 Strafwurf verwandelt), Goran Brozovic (4), Alexander Michels (5/2 Strafwürfe verwandelt), Tobias Demes (4), Dirk Lange, David Schumann, Gregor Kurpiela, Philipp Müller (9), Moritz Kaiser (4).